Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vom oft zitierten Sommerloch war auch in diesem Jahr aus modellbahnerischer Sicht
kaum etwas zu spüren: Mit Adler, TGV POS, ICN & Co. kamen so viele Neukonstruktionen
in den Handel wie lange nicht mehr. Die Neuheitenflut ist auch ein Zeichen dafür, dass
die Hersteller wieder mehr Vertrauen in den Markt gewonnen haben und bereit sind,
stärker zu investieren. Das dürfte jeden Modellbahner freuen! Aufgrund der hohen Anzahl
an wirklichen Formneuheiten haben wir diesmal unsere Testrubrik um einige Seiten
erweitert. Wir sind sicher, dass es so für jeden ausreichend Lesestoff gibt.
Einen Aufreger gab es trotzdem: Für Diskussionsstoff sorgte ein Schreiben des weltweit
größten Modellbahnzulieferers, der chinesischen Firma Sanda Kan, das auch zahlreiche
deutsche Modellbahnfirmen erreichte. Das von Verlusten geplagte Unternehmen
teilte darin mit, Liefervereinbarungen nicht mehr fortsetzen zu wollen. Schlagzeilen wie
„Supergau für europäische Modellbahnhersteller“ geisterten daraufhin durch die Presse.
Aber ist das wirklich so? Meines Erachtens keinesfalls. Hersteller, die auf asiatische Zulieferungen
angewiesen sind, hatten sich längst anderweitig umgeschaut und neu orientiert.
Andere haben sich entschieden, künftig weniger oder gar nicht mehr in Asien
produzieren zu lassen. Märklin kündigte gar an, sein ungarisches Werk ausbauen zu wollen,
um die zuvor in China hergestellten Loks und Wagen wieder in eigener Regie zu fertigen.
Ein entsprechendes Grundstück stehe bereit und solle kurzfristig erworben werden.
Wird aus dem „Go east!“ ein „Go west!“? Auszuschließen ist das keinesfalls, denn
sowohl Transport- wie auch die chinesischen Lohnkosten dürften zumindest mittelfristig
teils drastisch steigen. Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt.
Ihr
Mario Rach

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